Fortbildung FSP 19

Die Fortbildung Systemisch Integrative Paartherapie beginnt im Februar 2019 und endet November 2020.
Alle 10 Module finden in Freiburg im CTZ statt.

Seminarinhalte:

Modul 1

Modul 1 - Grundkonzepte I

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Paartherapie ist eine sehr herausfordernde und anspruchsvolle Therapieform, da wir als PaartherapeutInnen einer Dynamik von zwei Menschen ausgesetzt sind. Diese gilt es unsererseits zu halten, zu rahmen und notfalls auch zu regulieren oder gar zu steuern. Die hinzukommende affektive Ladung, die Fülle an Informationen sowie die Gefahr der Parteinahme erschweren dies.
Ziel des Erstgesprächs ist es nicht nur, dass das Paar wiederkommt, sondern dass es auch ein gemeinsames Problemverständnis und darauf aufbauend eine attraktive Entwicklungsperspektive für die eigene Beziehung erhält.
Paartherapeuten sind herausgefordert, eine Atmosphäre der positiven Gegenseitigkeit zu schaffen, ein Klima zu erzeugen, welches die Entwicklung der Paarbeziehung fördert und dabei die Informationen des Paares nach geeigneten „Landkarten“ zu ordnen.

Ziele:

  • Herstellen einer wertschätzenden und motivierenden Lernatmosphäre in der Fortbildungsgruppe
  • Grundkonzepte unserer entwicklungs- und ressourcenorientierten Sichtweise kennenlernen und die Anfangssituation einer Paartherapie gestalten können

Thematische Inhalte:

  • Drei-Zeiten-Modell
  • Ebenenmodell
  • Systemisches Grundmodell
  • Lebenszyklus-Modell
  • Polaritäten-Modell
  • Modell der affektiven Rahmung
  • Gestaltung eines Erstgesprächs und Settings
  • Elemente der Problemdefinition
  • Formales für die paartherapeutische Praxis

Methodische Inhalte:

  • Gestaltung der telefonischen Kontaktaufnahme
  • Fragebogen und Beratungsvertrag
  • Herstellen einer therapeutischen Triade
  • Einführen von Stopp-Signalen innerhalb und außerhalb der Sitzung
  • Kontrollierter Dialog
  • Verlaufsmodell einer Stunde
  • Affektive Rahmung
  • Ressourcen fokussieren
  • Entwicklungsorientierte Problemdefinition erarbeiten
  • Bildung von Peergroups

Vorbereitung:

Jellouschek, H. (2014): Paartherapie- damit die Liebe bleibt. Freiburg: Kreuz

Modul 2

Modul 2 - Grundkonzepte II

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Paare werden heutzutage nicht mehr durch eine „äußere Klammer“ wie moralische Verpflichtung, wirtschaftliche Abhängigkeit oder gesellschaftliche Erwartungen zusammen gehalten. Einzig wie der „Wind im Beziehungsraum“ weht entscheidet, ob die Beziehung attraktiv ist oder nicht, ob diese hält oder auseinanderbricht. Lediglich der Wunsch nach Aufrechterhaltung der Familiensituation hat für Paare zumeist ein Gewicht und ist Grund in der Beziehung zu bleiben.

Wenn aber der subjektiven Befindlichkeit eine solch zentrale Rolle für den Erhalt oder Nichterhalt der Beziehung zukommt, wird in der paartherapeutischen Arbeit die Förderung der positiven Gegenseitigkeit und das Herstellen einer freundlichen Atmosphäre zwischen den Partnern unumgänglich. Wie können wir das erreichen?

In diesem Modul geht es darum, destruktive Interaktionsstile und die Tendenz zur Problemtrance zu begrenzen. Wir lernen die verschiedenen Ebenen der Problembeschreibung zu unterscheiden und eine für das Paar erkennbare und spürbare Struktur in die Arbeit zu bringen. Mit passenden Methoden werden die unterschiedlichen Problembereiche des Paares thematisiert, ohne dass wir uns verzetteln oder, wie es leicht geschieht, von Thema zu Thema springen. Schließlich erarbeiten wir, wie die gemeinsame Paargeschichte als Ressource genutzt und die emotionale Verbindung wieder gestärkt werden kann.

Ziele:

  • Fragen als Interventionen formulieren
  • Probleme und ihre Entwicklungschance definieren
  • Destruktive Interaktionsstile des Paares stoppen
  • Paargeschichte bearbeiten können

Thematische Inhalte:

  • Funktion von systemischen Fragen
  • Herausarbeiten eines Konfliktmusters
  • Bedeutung der Paargeschichte
  • Bilanz der bisherigen Paarbeziehung
  • Sprachen der Liebe
  • Bedingungen guter Beziehungen

Methodische Inhalte:

  • Interventionsarten
  • Einüben von zirkulären, hypothetischen und skalierten Fragen sowie Fragen nach Ressourcen und Ausnahmen
  • Paarkurve erstellen und auswerten
  • Formulierung einer passenden Problemdefinition
  • Übungsvertiefung affektive Rahmung
  • Verlaufsmodell einer Stunde
  • Hausaufgaben geben
  • Checkliste für therapeutisches Handeln

Vorbereitung:

Carmen Kindl - Beilfuß: Fragen können wie Küsse schmecken Systemische Fragetechniken für Anfänger und Fortgeschrittene Carl - Auer Verlag 2008
Rosmarie Welter – Enderlin: Paare - Leidenschaft und Langeweile Herder Spektrum 2003

Modul 3

Modul 3 - Macht- und Streitpaare

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Macht ist ein Tabuthema. Es gehört nicht als erstes in das Blickfeld von Paaren. Umso dramatischer taucht es auf, wenn es sich in Form von Dominanz, Streit und aggressivem Verhalten bis hin zur Gewalt in Liebesbeziehungen zeigt. All die vielfältigen Arten von Macht bleiben Paaren oft eine ganze Zeit lang verborgen. Der Machtbegriff ist zudem überwiegend negativ besetzt, hat aber neben dem destruktiven Anteil auch ein wertvolles Potenzial für Paare, welches durch geschicktes therapeutisches Vorgehen zugänglich gemacht werden kann.

In diesem Modul geht es darum, einen umfassenderen Zugang zum Thema Macht in Beziehungen zu gewinnen. Eine neue Sicht auf Machtverhältnisse soll unter anderem dadurch entstehen, dass wir Unterschiede als Machtressourcen begreifen und herausfinden, wie diese für die Entwicklung einer Paarbeziehung förderlich wirken können. Dabei gewinnen wir nicht nur ein besseres Verständnis und einen positiven und umfassenden Blick für „Paare im Machtkampf“ und ihre gewählten Interaktionsstile, sondern erlernen auch geeignete therapeutische Vorgehensweisen zur Verbesserung der Beziehungsqualität.
Die Berücksichtigung der eigenen therapeutischen Grenzen sowie eine sorgsame Psychohygiene werden ebenfalls thematisiert.

Ziele:

  • Einen positiven Zugang zu Machtpaaren gewinnen
  • Hintergründe von Macht und Streit besser verstehen
  • Geeignete Methoden zur Begleitung und Begrenzung von Streitpaaren kennen lernen

Thematische Inhalte:

  • Definition, Formen, Arten, Quellen von Macht
  • Ursachen für Machtbeziehungen
  • Machtverhältnisse bei glücklichen Paaren
  • Prävention von Streit
  • Liebeslogik und Partnerschaftslogik
  • Anatomie von Wünschen
  • Hintergrunddynamiken von Streitpaaren
  • Hochstrittige Paare
  • Die therapeutische Persönlichkeit /Psychohygiene

Methodische Inhalte:

  • Machtressourcen-Fragebogen
  • Vorwürfe in Wünsche verwandeln
  • „Gute Gründe“ herausarbeiten
  • Teufelskreisanalyse
  • Kontrollierten Dialog einführen
  • Umgang mit Unterschieden
  • Sprachen der Liebe
  • Verhandlungen anleiten
  • Drei-Kontenmodell

Vorbereitung:

(beide Artikel werden zur Verfügung gestellt)
Napier, A.Y. (1990): Alle Macht für beide in: Psychologie heute, Heft 9
Tiedemann, F.v.: Wer hat die Macht in: PH 2009, S.20-26

Modul 4

Modul 4 - Außenbeziehungen

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Außenbeziehungen sind häufig ein Anmeldegrund zur Paartherapie. Untreue in der Partnerschaft setzt beide Partner einer hohen emotionalen Belastung aus und kann besonders dann zu einem kritischen Lebensereignis in der Beziehungsbiographie werden, wenn damit eine längere Geheimhaltung einhergeht. Schuldgefühle und Vertrauensbruch sind die Folgen und oft Anlass, die Fortsetzung der Beziehung in Frage zu stellen.

In der paartherapeutischen Arbeit verstehen wir das Eingehen einer Außenbeziehung als Lösungsversuch eines Partners, wenn wichtige grundlegende Beziehungswünsche nicht mehr erfüllt werden. Von daher liegt darin für das Paar auch die Chance zur Entwicklung ihrer Paarbeziehung. In der Paartherapie wird dieser Entwicklungsprozess durch die Herstellung eines sichernden Rahmens und gezielte Interventionen gefördert.

In diesem Modul wird ein praxiserprobtes Konzept zur therapeutisch-beraterischen Arbeit mit Dreieckskostellationen vorgestellt. Auch die gesellschaftliche Sicht auf Aussenbeziehungen und die verschiedenen Positionen im Dreieck sollen beleuchtet werden.

Ziele:

  • Auftragsklärung bei Paaren mit Dreieckkonstellationen
  • Herstellen und Erhalten eines sichernden Rahmens und der therapeutischen Allparteilichkeit
  • Reflektieren eigener Erfahrungen mit Dreieckssituationen

Thematische Inhalte:

  • Untreue als kritisches Lebensereignis
  • Dreiecksbeziehungen aus gesellschaftlicher Sicht
  • Formen der Intimität
  • Ursachen und Funktionen von Außenbeziehungen
  • Typische Lösungsversuche von Paaren in Dreieckskonstellationen
  • Bedingungen für einen Neubeginn nach Außenbeziehungen

Methodische Inhalte:

  • Verhandlung eines Rahmenvertrags
  • TherapeutInnen in der Geheimnisträgerrolle
  • Umgang mit Eifersucht
  • Wiederherstellen von Vertrauen
  • Geeignete Interventionen und Settings
  • Verhandlungen anleiten
  • Phasen der Beratung

Vorbereitung:

Jellouschek, H.(2010): Warum hast du mir das angetan? Untreue als Chance. München: Piper
Oder:
Jellouschek, H. (2016): Der Schlüssel zur Treue. Warum es sich lohnt für die Liebe zu kämpfen, Freiburg: Herder

Modul 5

Modul 5 - Versöhnungsprozesse

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Es ist so gut wie unvermeidlich, dass in Paarbeziehungen, die auf Dauer angelegt sind, die Partner einander verletzen und so ihre Beziehung belasten. Damit geraten beide Partner unweigerlich in gegenseitige Vorwürfe und oft auch in nicht enden wollende Streits.

Dies schadet im Laufe der Zeit ihrer Liebe und mündet nicht selten in Trennungen. Ausbleibende Versöhnung erschwert zudem oft über Jahre hinweg eine kooperative Elternschaft und gefährdet das Kindeswohl. Die Fähigkeit zur Aussöhnung ist somit eine zentrale Kompetenz damit Beziehungen auf Dauer attraktiv und beständig bleiben.

Wir erfahren, wie wir professionell und sicher einen Rahmen installieren, welcher dem Paar ermöglicht, erlittene Verletzungen anzusprechen und zu verzeihen. Hierzu wird ein aufeinander aufbauendes praktisches Vorgehen vermittelt, mit welchem wir Schritte zur Versöhnung erfolgreich initiieren und begleiten können. Dabei werden geeignete Interventionsstrategien praxisnah und anschaulich vermittelt, nützliche theoretische „Landkarten“ vorgestellt und ein konkretes therapeutisches Vorgehen demonstriert und eingeübt.

Ziele:

  • Versöhnungsprozesse gezielt innerhalb der Paarberatung initiieren
  • Schritte auf dem Weg zur Versöhnung in einer sinnvollen und zur Paardynamik passenden Weise auswählen und sicher durchführen

Thematische Inhalte:

  • Gesellschaftliche Perspektive auf die Versöhnungspraxis
  • Versöhnen, Verzeihen, Vergeben- Begriffsklärungen
  • Arten von Verletzungen
  • Unterscheidung von Absicht und Wirkung
  • Gestaltung von therapeutischen Ritualen
  • Möglichkeiten der Wiedergutmachung
  • Steuerung schwieriger Paardynamik im Versöhnungsprozess
  • Grenzen der Versöhnung

Methodische Inhalte:

  • Das Paar für Versöhnungsabeit gewinnen
  • Platzierung des Versöhnungsprozesses im Verlauf einer Paartherapie
  • Visualisierung von Erklärungsmodellen am Flipchart
  • Anleitung von Bilanz-und Versöhnungsritualen
  • Methode des Doppelns
  • Paar-Rituale zur Prävention von Verletzungen
  • Arbeiten mit dem Modell „der Milde Blick“
  • Anleitung von Probehandeln mit „Textpillen“
  • Reflektion der eigenen Verzeihenskompetenz
  • Checkliste für therapeutisches Handeln

Vorbereitung:

Jellouschek, H. (2004): „Lernen Sie einander zu verzeihen. Die Kunst, Verletzungen wieder gut zu machen“ in: Liebe auf Dauer, Kreuz
Jellouschek, H. (2009): „Wie ist Versöhnung nach schwerer Verletzung durch den Partner möglich?“ in: Was die Liebe braucht – Antworten auf die wichtigsten Beziehungsfragen, Kreuz
v.Tiedemann, Friederike (2012): „Mann muss sich entscheiden, dem anderen zu verzeihen“ in: Psychologie heute compact (Artikel wird zur Verfügung gestellt)
v. Tiedemann, F. (Hrsg.) (2017): Versöhnungsprozesse in der Paartherapie - Ein Handbuch für die Praxis. Junfermann. 
(Mit DVD)

Modul 6

Modul 6 - Intimität, Sexualität

Leitung: Angelika Eck

Thema:

Paarkonflikte um Fragen der Sexualität und Intimität zählen zu den zentralen Themen der Paartherapie. Beide Bereiche werden häufig als Indikatoren für die Qualität, Stabilität und Lebendigkeit der Partnerschaft benannt.

Sexualität ist ein ganzheitliches Geschehen mit körperlichen, emotionalen und kognitiven Komponenten. Störungen in diesem Bereich werden oft als beziehungsbedrohend erlebt. Intimität als Fähigkeit, den anderen in seiner Andersartigkeit zu sehen und gesehen zu werden und sich auf dieser Basis zu berühren und nahe zu kommen, wird von vielen Partnern ersehnt, unterschiedlich gewichtet und stellt ein zentrales Entwicklungsthema dar.

Gerade wenn es um die intimsten Fragen geht, fällt es Klienten und PaartherapeutInnen nicht unbedingt leicht, sie zu adressieren. Umso wichtiger ist es für diese, über therapeutische Haltungen und eine angemessene Sprache zu verfügen.

Ziele:

Grundkonzepte einer systemisch-integrativen Therapie bei sexuellen Symptomen verstehen und für die Fallbearbeitung nutzen

Thematische Inhalte:

  • Sexuelle Lustlosigkeit
  • Erektionsstörungen
  • Umgang mit unterschiedliche sexuellen Wünschen

Methodische Inhalte:

  • Sexualität, Körperkontakt und Intimität als Thema in der Paarsitzung ansprechen
  • Kerninterventionen bei sexuellen Symptomen und entsprechenden Paarkonflikten
  • Körperinterventionen zur Konfrontation und Entwicklung von Intimität und Paarsexualität

Vorgehen:

Theoretische Inputs, Fallbeispiele, Rollenspiele

Vorbereitung:

Clement (2004): Systemische Sexualtherapie, Stuttgart: Klett Cotta
Eck (Hrsg.) (2016): Der erotische Raum: Fragen der weiblichen Sexualität in der Therapie, Heidelberg: Carl-Auer

Modul 7

Modul 7 - Herkunftsfamilienarbeit mit Paaren

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Jeder Mensch lebt nach seinem „Skript“, seinem „inneren Lebens-Drehbuch“. Dieses unbewusste Programm hat seine Wurzeln in der Kindheit und wird in emotional nahen Beziehungen oft wieder belebt. Gegenseitig verstärken sich solche Muster in der Beziehung häufig negativ, sodass diese zugleich Grund für Paarkonflikte sind.

Für beide Partner ist es entlastend, das „Skript“ des anderen und dessen Entstehungsgründe kennen zu lernen und dadurch ein tieferes Verständnis für den anderen zu entwickeln. Paare werden befähigt, einander mit mehr Toleranz, liebender Unterstützung und Mitgefühl zu begegnen. Diese neue Haltung eröffnet Chancen, das Verhaltensrepertoire der Partner zu erweitern, flexibler zu gestalten und dadurch negative Interaktionszirkel zu unterbrechen.

Dieses Modul gibt einen Einblick, wie man im Rahmen der Paartherapie einzelne Lebensthemen herausarbeiten und das Ineinandergreifen der Muster für das Paar verständlich und erfahrbar machen kann.

Im Mittelpunkt steht die praxisnahe Vermittlung geeigneter Interventionsstrategien, welche über die reine Analyse problematischer Kindheitssituationen hinaus gehen. Es geht also darum, für Paare konkrete Lösungen zu erarbeiten, wenn alte affektive Wucht den Beziehungsraum besetzt und die positive Gegenseitigkeit verloren geht.

Ziele:

  • Themen aus der Herkunftsfamilie im Paarsetting bearbeiten
  • Dem Paar Erfahrungen vermitteln, um Verletzungen aus der Kindheit vom heutigen Beziehungserleben besser zu unterscheiden
  • Neue skriptbefreite Verhaltenssequenzen mit dem Paar erarbeiten und einüben

Thematische Inhalte:

  • Einordnung von Herkunftsthemen in den Paarprozess
  • Modell für die Arbeit mit Lebensthemen in der Paartherapie
  • Herausarbeiten und Veränderung des zentralen Konfliktmusters
  • Erarbeiten leicht verständlicher Zusammenhänge zwischen früh gelernten Mustern und aktuellem Paarkonflikt

Methodische Inhalte:

  • Das Paar für Herkunftsfamilienarbeit gewinnen
  • Erlebnisorientierte Methoden aus Gestalttherapie und Psychodrama
  • Arbeit mit dem Genogramm
  • Gefühlte Bilder malen
  • Biographische Rollenanalyse im Paarsetting
  • Einzelarbeit in Anwesenheit des Partners
  • Prozessarbeit mit dem „leeren Stuhl“

Vorbereitung:

Hildenbrand, Bruno (2005): Einführung in die Genogrammarbeit, Carl-Auer-Systeme Verlag
Mc Goldrick, Monica (2003): Wieder heimkommen, Carl-Auer-Systeme Verlag
Stahl, Stefanie (2015): Das Kind in dir muss Heimat finden, Kailash Verlag

Modul 8

Modul 8 - Trennung, Trennungsambivalenz, Scheidung

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Trennungen sind schmerzhaft und zugleich wichtige Erfahrungen im Leben. Man ist mit seiner ganzen persönlichen Kraft gefordert, um Selbstvertrauen und Achtung zurückzugewinnen. Bisher war das Leben auf den Partner ausgerichtet und nun gilt es herauszufinden, was einem selbst wichtig ist. Paartherapeutische Unterstützung zielt darauf ab, das betroffene Paar durch diese Krise professionell hindurch zu begleiten.

Dazu gehört, dass der verlassene Partner Verzweiflung überwindet, Hass abbaut und wieder Vertrauen gewinnt, während der sich Trennende einen Umgang mit empfundener Schuld finden und Trennungsschritte in Art und Tempo anpassen muss. Als Eltern sind beide herausgefordert, trotz Trennungskrise das Kindeswohl zu schützen und in den verschiedenen Phasen der Trennung zu deren Wohl zusammenzuwirken.

Im Modul werden theoretische und praktische Grundlagen für die Begleitung von Paaren in Trennungssituationen vermittelt, so dass den Partnern wichtige Schritte zu einer neuen Lebensperspektive möglich werden.

Ziele:

  • Paare bei Trennungsambivalenz und in Trennungsprozessen professionell begleiten
  • Elternrolle stärken
  • Kindeswohl schützen

Thematische Inhalte:

  • Trennungs- und Scheidungsstatistik
  • Elemente einer konstruktiven Trennung
  • Phasen der Verarbeitung
  • Was brauchen Verlassene, sich Trennende, Kinder, das Umfeld ?
  • Ursachen von Trennungsambivalenz
  • Arten von Trennungskonflikten
  • Verluste durch Trennung
  • Kriegerische, parallele, kooperative Elternschaft
  • Juristische Grundlagen (RA B.Motz)

Methodische Inhalte:

  • Das Paar für konstruktive Trennungsschritte gewinnen
  • Versorgung des Trennungsschocks - Krisenintervention
  • Umgang mit der Androhung von Suizid und Gewalt
  • Schutz des Kindeswohls
  • Versorgung des Umfeldes
  • Methodischer Umgang mit Trennungsambivalenz
  • Einleitung einer Mediation
  • Abschiedsrituale gestalten

Vorbereitung:

Kast, V. (2007): Sich einlassen und loslassen. Neue Lebensmöglichkeiten bei Trauer und Trennung. Herder
Largo, R.H. / Czernin M. (2003): Glückliche Scheidungskinder. Trennungen und wie Kinder damit fertig werden. Piper Verlag

Modul 9

Modul 9 - Paare in Patchworkfamilien

Leitung: Friederike v. Tiedemann

Thema:

Patchworkfamilien sind komplexe soziale Systeme, in denen die Beteiligten versuchen den unterschiedlichen Beziehungen, Lebensgeschichten, Zeitaspekten sowie alten und neuen Bindungen gerecht zu werden. Zugleich stehen Partnerschaften hier unter einem „besonderen Stern“: Die neuen Partner möchten ein gemeinsames konfliktfreies Leben aufbauen – sind aber gleichzeitig herausgefordert, flexibel und achtsam den unterschiedlichen Rollenerwartungen gerecht zu werden und hinsichtlich ihrer Bindungswünsche Zugeständnisse zu machen.
Das Seminar vermittelt auf der Grundlage der systemisch-integrativen Paartherapie, wie das professionell-beraterische Vorgehen bei Begleitung von Paaren in Patchworkfamilien sinnvoll zu gestalten ist.

Ziele:

  • Komplexität von PWF kennen lernen und aus verschiedenen Positionen die Bedürfnisse Einzelner erkennen
  • Rollen und Aufgaben des neuen Paares klären
  • Stress reduzieren und die Paarbeziehung stärken

Thematische Inhalte:

  • Typische Beziehungsmuster bei Zweitehen
  • Wiederverheiratungsmotive
  • Komplexität in der erweiterten Familie
  • Belastungen und Aufgaben des neuen Paares
  • Entwicklungsphasen von Zweitfamilien
  • Der getrennt lebende Elternteil
  • Kinder in der Patchworkfamilie
  • Die Rolle des Stiefelternteils
  • Chancen der Zweitehe/PWF
  • Eigene Patchworksituationen – Erfahrungsaustausch

Methodische Inhalte:

  • Belastungen und Aufgaben des neuen Paares erkennen und vermitteln
  • Methoden zur Komplexitätsreduktion: Arbeiten mit Figuren und Seilen
  • Aufstellungen zur Paar- und Elternebene
  • Hilfreiche Informationen bei typischen Belastungen
  • Bedingungen für einen stressreduzierten Alltag als PWF
  • Feste feiern in der PWF
  • Rolle der Beraterin/des Beraters

Vorbereitung:

Jellouschek, H. (1998): „Zweitehen sind anders" in: Wie Partnerschaft gelingt-Spielregeln der Liebe, Freiburg: Herder
Krähenbühl, V. et.al (2001).: Stieffamilien, Struktur - Entwicklung - Therapie, Freiburg: Lambertus

Modul 10

Modul 10 - Methodenintegration, Prozesssteuerung und Therapieabschluss

Leitung: Friederike v. Tiedemann, Wanja Kunstleben

Thema:

Die bisher vorgestellten Methoden werden in einem gemeinsam erstellten „Methoden-Fluss-Modell“ zusammengefasst. Dies gibt einen Überblick über die jeweiligen Wirkeffekte, Einsatzmöglichkeiten und Durchführungsdetails sowie den jeweils passenden Zeitpunkt im Paarberatungsprozess.
 
Wanja Kunstleben stellt dazu ein aus der Praxis entwickeltes Prozesssteuerungsmodell vor, in welchem drei Dimensionen unterschieden werden:  Regulierung- Klärung- Intimität. Damit beantwortet er die Frage, wie in einem hochdynamischen Geschehen des Paarprozesses für uns als BeraterInnen und dem Paar Orientierung gegeben werden kann. Der Fokus dabei lautet: Wo steht das Paar, wie erkenne ich das und was passt jetzt?
Das in den 90ger Jahren entwickelte Konzept des Strukturniveaus wird hier auf Paare und Paarthemen übertragen und angewendet.
 
In diesem Abschlussmodul besteht auch die Möglichkeit, Themenwünsche zur Wiederholung und Vertiefung des bisher Gelernten einzubringen. Schließlich befassen wir uns damit, wie eine Paartherapie beendet werden kann und diskutieren den geeigneten Umgang mit „heiklen Situationen“ (z.B. das plötzliche Abbrechen der Beratung seitens des Paares, etc.)
 
Wir werten den Kurs aus, feiern am Freitag Abend gemeinsam ein Abschlussfest und Übergeben die Zertifikate

Ziele:

  • Gezielte Prozesssteuerung in paartherapeutischen Sitzungen
  • Erkennen und Regulieren von Spannungsniveaus
  • Vertiefung und Ergänzung der bisherigen Themen
  • Integration des Gelernten
  • Kursbilanz und Abschluss

Thematische Inhalte:

  • Prozessmodell zur Spannungsregulation, Klärung und Herstellung emotionaler Intimität
  • Konzept Strukturniveau
  • Ampel-Modell
  • Regulation bei konfliktvermeidenden Paaren
  • Wiederholung, Ergänzung und Vertiefung der Themen von Modul 1-9
  • Methodenintegration
  • Abschluss einer Paartherapie

Methodische Inhalte:

  • Erstellen eines Methoden-Flussdiagramms mit einer Timeline
  • Entschleunigen von Paaren mit Regulationsschwierigkeiten
  • Body-Talk
  • Vorbereitung und Gestaltung der letzten Sitzung
  • Checkliste für therapeutisches Handeln

Vorbereitung:

Review der bisherigen Modulinhalte

Anmeldung

Die Anmeldung für die Fortbildung FSP 19 ist ab sofort möglich!

Veranstaltungsort: Caritas Tagungszentrum Freiburg (CTZ)
Kosten: 3.980,– € zahlbar in 4 Raten à 995,– €
zuzügl. einer Verpflegungspauschale (was ist das?) von derzeit € 75,–/Modul im Caritas Tagungszentrum.

Verpflegungspauschale im CTZ

Für diese Verpflegungspauschale bietet das Caritas Tagungszentrum pro Seminartag:

Ein Mittagessen vom Buffet mit Suppe, Salatvariationen, Hauptgang mit Fleisch oder vegetarische Alternative, Gemüse und ein Dessert sowie Espresso Kaffee oder Tee.

Zwei Kaffeepausen/Teepausen incl. kalter Tagungsgetränke und Snacks, wie Müsli, Obst, süßes od. salziges Gebäck.

Die Qualität des Essens ist bisher von den TeilnehmerInnen sehr gelobt worden.

Die Anmietung und Bezahlung der Seminarräume erfolgt durch das Hans Jellouschek Institut Freiburg.
Beim CTZ ist die Anmietung der Seminarräume damit verbunden, dass die TeilnehmerInnen im Seminarhaus vor Ort verpflegt werden.
Eine Anmietung ohne Verpflegungspauschale ist nicht möglich.

Diese Pauschale muss, wie die Übernachtungskosten, von allen Seminarteilnehmern selbst vor Ort an das Caritas Tagungszentrum entrichtet werden. Sie ist Bestandteil des Veranstaltungsvertrags.

Der Betrag von derzeit € 75,–/Seminar setzt sich zusammen aus 2x € 33,50 für die ersten beiden Tage plus € 8,– für den letzten Tag.(Hier entfällt das Mittagessen und die Pause am Nachmittag.)

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